Michael Georg Conrad
Mit reinen Mitteln
(Der Ruf – Heft 5,6 und 7)
Zeitgeschichtliche Betrachtungen
von Dr. Michael Georg Conrad, München
„Welches tolle Durcheinander müßte es wohl in den Gesetzen der Schöpfung geben, wenn es möglich wäre,
daß ein Zweck die Mittel heiligt!“ Abdruschin.
Nein, es ist nicht so, daß der Zweck die Mittel heiligt. Man mache sich selbst nichts vor und hüte sich, andere durch solches, bewußt oder nicht bewußt falsches Vorgeben in Schuld zu stürzen. Hier liegt das erste Glied einer Kette von Verbrechen im Einzel- und Völkerleben, gleichgültig unter welchem Vorwand gebotener oder erlaubter Zwecke. Für das empfindsame Herz wird hier die geschichtliche Betrachtung zum Auftrieb von Bitternis und Empörung, für den kalten Verstand zur Forderung strenger Wahrhaftigkeit und Abwehrkraft, für den gesunden Willen Bereitschaft zum heldenhaften Opfer für das Rechte. Formel: Ecrasez l’infame! Der Schlange der Lüge den Kopf zertreten!
Es ist ganz unerträglich, daß nicht rund und ruhig ausgesprochen wird, was doch im göttlichen Geiste der Wahr-und Wehrhaftigkeit ausgesprochen werden muß: Politik, die gefeierte „große Politik“ wie die der „Kirchturmsinteressen“ lebt von Betrug und Verbrechen, Händlerpfiffigkeit und feiger Missetat, sie sündigt mit Berechnung und Gewohnheit in Gedanken, Worten und Werken in Anwendung von Werkzeugen und Mitteln, die eine Lästerung jedes heiligen Geistes und Gefühles sind, darüber das biblische Gottesurteil steht, sie werde in alle Ewigkeit nicht vergeben.
Wer ist das Volk? Wir alle, die seine gemeinsame Not empfinden. Wer ist der Staat? Wir alle, die mit Gut und Blut ihm zu dienen verpachtet und gezwungen sind. Wer trägt vor Gott und Menschheit die Verantwortung für Volk und Staat seines Landes? Jeder, der in ihrer Gemeinschaft lebt und arbeitet, sein Daseinsrecht ausübt in ihrem Schutze mit reinen Mitteln.
Was der Lügengeist Einzelnen und Völkern in Herz und Hirn säet und als Mittel in die Hand gibt, wirkt sich teuflisch aus. Unheiliges Denken, im Wählen der Mittel noch so abgefeimt, im Schätzen der Zwecke optimistisch bis zur Ruchlosigkeit, rettet kein Advokatenkniff, kein intellektuell-moralistischer Saltomortale, kein fromm die Augen verdrehendes Gesalbader.
So ist die Härte des Herzens aus verbrecherischer Verschleierung der Antriebe, die Falschheit und Heuchelei der Zunge und des Auges maßlos in Gesellschaft und Verkehr gewachsen. Selbst für reinmenschlich zulässige Zwecke ist Unsauberkeit der Mittel zur Zerstörerin aller Freude am Erfolg geworden durch Selbstschändung und Widerspruch im Wollen und Vollbringen. Umgekehrt bezeugt das Schriftwort: „Ihr gedachtet Böses zu tun, Gott aber hat es zum Guten gewendet!“ Böses Beginnen der von irdischer Selbstsucht und Wahntollheit Besessenen dennoch zu gutem Ende zu bringen gilt als das Gnadenwunder überirdischen Eingriffs in den natürlichen Weltverlauf durch geschichtlich sichtbar gewordene göttliche Fügung. Welch eine Wendung durch Gottes Führung, pflegte der fromme Kaiser Wilhelm I. auszurufen nach den erstaunlichen Siegen seines Heeres auf den französischen Schlachtfeldern in dem großen Kriege 1870/71.
Wie im Völker-, so im Einzelleben, so weit wir’s selbst zu fassen und zu überschauen vermögen durch alle Schleier und Geheimnisse unseres noch so starken oder bescheidenen Erdendaseins. So weit es an uns liegt und unseres Bewußtseins sicher ist, müssen unsere Taten-Erlebnisse aus den reinen Mitteln unseres Willens sich gestalten, um in der Wagschale vor Gottes Gericht uns und unser Tun zu rechtfertigen. Also Augen auf! Beispiel:
Die vertraglich im Ver-sailler Friedensdiktat festgelegte Lüge von unserer und unserer verbündeten Völker alleiniger Schuld am Kriege und aller verübten Greuel! Das sei eine abgeurteilte Sache — causa judi-cata —, feierlich zugedeckt mit Schweigen und Ertragen, eine vor keinem Gerichtshof der Geschichte mehr aufzurollende Frage, wenn jemals die Verständigung und Befriedigung der verfeindeten Mächte gelingen und neuem Kriege gewehrt werden soll. Überhaupt alle diese von Ankläger und Richter in einer Person durch unerhörten Gewaltmißbrauch der Gegenpartei aufgezwungenen unsinnigen, unmoralischen, kulturmordenden Festsetzungen und Diktate von Versailles, Trianon, Sevres usw., die allem fortschrittlichen Wissen um die Gesetze von Zivilisation und Weltwirtschaft im Krieg und Frieden ins Gesicht schlagen, verübt von Regierungen und Staatsmännern, die sich als die Vertreter führender ruhmreicher Kulturnationen vor Gott und der Welt brüsten — ein Rührmichnichtan.
Ist das nicht schon für den oberflächlichen Blick ein Bild trostloser Rückständigkeit, für die tiefere Empfindung ein Wolkenkuckucksheim im Abgrund ärgster Versumpfung, ein Musterbeispiel staatlichen und gesellschaftlichen Verfalls, Herausforderung des bittersten Hohngelächters zur Besieg-lung französischer und englischer Depravation in allem, was dem ernsten Menschen von heute als unabweisliche sittliche Forderung aller Kultur zu gelten hat?
Und wie stellt sich die kirchlich-religiöse Welt dazu, das Papsttum in Rom mit seinem Primat, seiner Stellvertretung Gottes auf Erden, seinen Schlüsseln zu lösen und zu binden, seiner Unfehlbarkeit des Entscheids in allen Konflikten und Fragen der Sittlichkeit und des Glaubens im Christentum? Liegt nicht in ihm die Fülle aller reinen Mittel zur Erlösung der Menschheit von Gewalttat, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Sünde und Schuld? Oder ist der altgewohnte Begriff von Christentum, Kirche, Religion, Menschenwürde schon so weit außer Kurs gesetzt, daß nur die respektwidrigsten Ansichten in diesem Punkte den modernen Menschen von dem Verdacht frommer Verblödung und Heuehelei schützen können?
Auch heuer wieder kam aus den Vereinigten Staaten die „american legion“ herüber nach Frankreich, wie alljährlich, um sich von den Parisern feiern und in festlich schwelgender Gemeinschaft mit den andern Kameraden des „französisch-amerikanischen Kriegervereins“ zur pfleglichen Wiederauffrischung des Hasses gegen Deutschland und anderer Chauvinismen mißbrauchen zu lassen. Eine Deputation dieser amerikanischen Heldenschar begab sich am 28. September 1927 nach Rom, um sich im Vatikan den päpstlichen Segen zu holen und vom Papst als die „Retter des alten Europa“ feiern zu lassen. Wörtlich: „Mein Segen senke sich herab auf euch, die Eurigen und alle Vertreter der starken, edlen Jugend, die auszog, ihr Blut zu geben und das alte Europa zu retten“ — und dieser Schlußsatz der päpstlichen Ansprache wurde von der gesamten italienischen und französischen Presse unterstrichen und bejubelt. Und schon am 8. Oktober 1927 konnte der Pariser „Matin“ noch einmal darauf zurückkommen, um angesichts der deutschen Denkmalfeier in Tannenberg festzustellen: „Gottes ist die Vergangenheit und die Zukunft, und Gottes Stellvertreter auf Erden hat den Deutschen ihr Urteil gesprochen.“ Diese Pestnagelung verschnupfte im Vatikan und flink wurde im päpstlichen Organ „Osservatore Romane“ zur Beschwichtigung der guten Deutschen, die im Lobpreisen der Papstdiplomatie im Weltkrieg niemals ermüden sollen, verkündigt: „Zeitungen einer gewissen Art haben den Worten des heiligen Vaters beim Empfang der Kombattanten der amerikanischen Legion eine Auslegung und Tragweite gegeben, die nicht die wahre ist.“ Wer hat nun recht? Im darauffolgenden „autorisierten Resume““ im die Wahrheit diplomatisch liebenden „Osservatore“ fehlen einfach die Worte von der Rettung des alten Europa, die die deutschen Gemüter erregten und französische Tugendbolde wirbelnd beglückten, und es las sich ganz harmlos nur noch vom entscheidenden Eingreifen des jungen Amerika in die Geschicke der alten Welt. Bravo!
Und steht es wirklich so der Religion und der Kirche gegenüber; wie dann der Schule und der Wissenschaft, und der neunmalheiligen Kunst, ist es auch für sie gleichgültig, ob das Glück aller staatlichen und wirtschaftlichen Zielstrebigkeit nur Scheinglück und Irrtum, ihre Wahrhaftigkeit nur Täuschung, ihre Sachlichkeit und Vernünftigkeit nur Schwindel, ihre angeblich reinen Mittel nur aus dem Sumpfe der Sünde stammen und ihre Verwendung einem wahnsinnigen Selbstbetruge dient? Für welches Ideal vermag sich dann eins von unsern germanischen Völkern im Glauben an die Reinheit, Schönheit und Kraft seines Wesens mit edler Leidenschaftlichkeit einzusetzen, heldisch bis zum letzten Blutstropfen, wenn alle Treue sich in Untreue gewandelt, Entsagung, Opfer, Verzicht vor keinem Untergang mehr rettet, Stolz so wenig wie Duldsamkeit und Schweigen als achtungswerte Tugend wirkt? Hinab in den Pfuhl! Umwertung aller Werte! Wem schaudert nicht vor dieser Perspektive?
Genug. Das Schwerste soll in diesem Augenblick hier nicht aufgerührt, wie ein Kruzifix aufgerichtet oder wie für unsere Neuheiden alten oder neuen Testamentes als Menetekel-upharsin mit Geisterhand an die Wand ihrer Schwelger-Paläste geschrieben werden. Nichts jetzt vom Kampf der Mussolini-Lateiner wider die deutsche Seele, vom Wüten des Romanismus wider den Germanismus, vom Kulturmord in Südtirol… Nichts auch von der Minderwertigkeit jener geheimnisvollen Diplomatenkunst, die trotz der allerschlimmsten Zusammenbruch-Erfahrungen im Weltkrieg heute wieder von allen Seiten empfohlen und geübt wird von Locarno bis Genf bis in die Kabinette von Paris, London, Brüssel, Berlin und ad ab-surdum geführt in den Schrei-Orgien, Haß- und Brandreden bei den Denkmalsenthüllungsreden der französischen und belgischen Uberpatrioten und Ubersieger von Poincarö bis zu Jaspar und Broqueville.—–Nichts von den finanziellen, alle Wirtschaft und Kultur sämtlicher Beteiligter nationaler Verbände, der im Weltkrieg unterlegenen wie obenauf gebliebenen, zerstörenden Unmöglichkeiten und Unklarheiten, den haarsträubenden Schwierigkeiten, die ihre einzige Wurzel in dem Versuche der Erfüllungspolitiker erfüllt haben, auf dem Wege buchstäblicher Ausführung der Würge- und Hänge-Paragraphen der Friedensdiktate auf dem Sumpfgrunde der Lüge und Vergewaltigung der Vernunft, den verhetzten Völkern Europas zu einem erträglichen Dauerzustande nachbarlichen Zusammenarbeitens zum gemeinen Nutzen Aller in ihren augenblicklichen staatlichen Zwangsmißbildungen zu verhelfen. (Dieser diplomatischen Wechselbalg-Ideologie, die in ihrer Vernunftwidrigkeit, Herzlosigkeit und Geistesarmut nur noch von extremsten Verrücktheiten eines gewissen sakrosankten Fascismus überboten zu werden vermöchte, scheint in der Tat kein Mittel zu dumm und zu naturwidrig zu sein, mit dem Kopf durch die Wand und zu seinem Zweck, d. i. absoluter Zwecklosigkeit im Narrenkampfe gegen die göttlichen Schöpfungsgesetze, zu gelangen. Aus Dekadenz, babylonischer Verwirrung, Entgöttlichung, Entpersönlichung, Nihilismus, gesamteuropäischer Umsturz und Untergang. Steht im eisigen Schatten dieses Phänomens nicht schon die heutige Kulturwelt mit der ganzen Zwangsläufigkeit und Logik ihrer Schnecken?
Und der einzelne moderne Betrachter, der heute in seinen reifen Jahren steht und seiner Sinne mächtig geblieben, wie harmlos scheint ihm alles in dem immer komplizierter gewordenen Weltbilde begonnen zu haben, lenkt er den Blick nur auf die letzten Jahrzehnte mit ihren allmählichen Verfinsterungen und Sturmzeichen zurück bis zur Wende im Weltkrieg anno Vierzehn. Harmlos, selbstverständlich, fast verblüffend nett und einfach, gleich einem unterhaltsamen Spiel für Kinder, verwöhnt durch aparte Reize, vollzog sich dieser Übergang von der obrigkeitlichen Ordnung des Kaiserreiches der Wilhelminischen Gipfelperiode — „einer herrlichen Zukunft führ’ ich euch entgegen!“ — zum Chaos des Umsturzes mit dem Zusammenbruch der militärischen Front, dem Waffenstillstands-Schrei Ludendorffs aus dem Haupt quartier, der Flucht des Kaisers als obersten Kriegsherrn über die Grenze, die Ausrufung der Republik durch Scheide mann und Ebert in Berlin, Kurt Eisner in München und was sich alles daranreihte nach vier Jahren herrlicher Siege mit heldischen Opfern in Fremde und Heimat zur Selbstbehaup tung gegen eine Welt in Waffen . Welchem „Europäer“ zittert da noch das Herz?
Ebenso einfach, fast verblüffend nett und unterhaltsam wie für politische Kinder, die der Großteil des deutschen Reichsvolkes im blinden Vertrauen auf sein Friedensglück nach Gesinnung und Voraussicht tatsächlich gewesen, vollzog sich die Kriegspropaganda der Feindeswelt Frankreich, England, Rußland gegen alles Deutsche in Wort und Bild, durch Kino und Presse Jahr um Jahr. Wir merkten es, werteten es als nationalistischchauvinistischen Sport neidvoller Nachbarn. Wir unterschätzten die Gefahr hauptsächlich aus löblicher Verachtung der unsittlichen, schmutzig gemeinen Mittel unflätiger Verleumdung, womit man gegen unser Ansehen und unsern Friedens- und Arbeitswillen die Welt in Harnisch zu bringen längst übereingekommen war in der gegen uns verbündeten Feinddiplomatie in Ermanglung besserer Gründe und wirksamerer Methoden für den gewollten Zweck.
Es war richtig so, wie unser Reichpräsident Feldmarschall v. Hindenburg es bei der Einweihung des Tannenberg-Nationaldenkmals am 18. September 1927 feierlich ausgesprochen hat, als er die ewig wiederholte Anklage von Deutschlands Alleinschuld an diesem größten aller Kriege zurückwies: „Nicht Neid, Haß oder Eroberungslust gaben uns die Waffen in die Hand. Der Krieg war uns vielmehr das äußerste, mit den schwersten Opfern des ganzen Volkes verbundene Mittel der Selbstbehauptung einer Welt von Feinden gegenüber. Reinen Herzens sind wir zur Verteidigung des Vaterlandes ausgezogen, mit reinen Händen hat das deutsche Heer das Schwert geführt. Deutschland ist jederzeit bereit, dies vor unparteiischen Richtern nachzuweisen.“
Mit schlichteren Worten läßt sich wahrlich kein ernstes Angebot, mit der Wahrheit und Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen, dem heutigen verschmutzten und verjagten Weltpublikum gegenüber mehr machen, als es hier vom ersten Bürger des Deutschen Reiches in einer heiligen Stunde geschehen. Vor unparteiischen Richtern! Mit dem Mittel der Beweise! Auge in Auge!
Aber was antwortet der französische Justizminister Barthou acht Tage später auf Hindenburgs Zurückweisung der Kriegsschuldlüge mit dem Angebot einer Untersuchung durch unparteiische Richter? Wie stellt er sich die Erringung eines gerechten Wahrspruches zur Festigung des Weltfriedens zwischen den streitenden Mächten vor?
Hier der entscheidende Satz in seiner Rede vom 25. September 1927: „Das Schweigen, das wir um den Preis der Gerechtigkeit gern wahren wollen, ist die notwendige Bedingung für die Annäherung, die der Weltfriede erfordert. Um diesen Preis allein können wir vergessen.“ Die Welt steht auf dem Kopf, Deutschland schweigt, Frankreich vergißt! Die teuflischen Lügen der Artikel 227 und 231 des Diktates von Versailles bleiben in alle Ewigkeit unbesprochen, unwiderrufen als geschichtsgeheiligte Wahrheit! Triumph des Weltgewissens! Es ist aber nicht bloß dieses unmögliche Unterjochungsverhältnis Frankreichs zu Deutschland allein, dessen Ungerechtigkeit die Liebe zur Verständigung der Streitteile bei vielen ehrlichen Friedensfreunden erkalten läßt (vergleiche das Heilandswort Ev. Matth. 24, 121), es sind die grundlegenden Konstruktionsfehler des „neuen Europa“ dank der Schuld Frankreichs überhaupt, die unsern alten Erdteil nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. In Ungarn, auf dem Balkan, an allen Ecken und Enden Jugoslawiens, der Tschechei und Polens wurden die Grenzen unter Verachtung aller natürlichen Minderheitsrechte von dem verblendeten Macht- und Profit-Willen der Sieger gezogen, die glaubten, Gottes Blutsordnungen mit Füßen treten und in geschichtlich verschieden begabten und entwickelten Kulturvolksgruppen mit der Zwangsjacke brutalster Herrschertollheit die Umformierung und Versklavung der Geister durchführen zu können. Kurzerhand glaubt man mit den alten Völkerproblemen und Kulturidealen, mit freier Muttersprache, freier Selbstverwaltung, freier Schule, freier Kirche fertig zu werden mit den abscheulichen Mitteln antiquirtester Polizeigewalt. Heute schon versuchen die Mazedonier laut eigenem Bekenntnis „durch Bomben und Propaganda“ ihrer neuen Unterdrücker im neuen Europa Herr zu werden und ihrer heroischen Willenskraft zum Siege über feige Niedertracht zu verhelfen. Die von Frankreich erstrebte Hegemonie über das neue Europa ist bei dem rapiden Niedergang seiner eingeborenen Bevölkerungszahl und der Ergänzung durch Bastardierung genau wie der napoleonische Traum der Weltherrschaft von einst keine Politik, sondern Irrsinn, geboren aus Degenerierung durch heillose Abenteurerlust und Verachtung göttlicher Schöpfungsgesetze.
Wir könnten die Belege für unser Thema von den Mitteln zum Zweck im Lichte des Grals und seiner heiligen Lanze, die allein die mörderische Wunde zu schließen vermag, auf anderen Gebieten suchen und zusammenstellen als dem des politischen Völkerverkehrs, des diplomatischen Völkerverhaltens und des Krieges, zum Beispiel in ihrer Abwandlung beim Betriebe der Staatsgeschäfte in Gelehrsamkeit, Kunst und Wissenschaft, Rechtspflege und Nationalökonomie, Parteiwesen und Parlamentarismus, Erziehung und Sitte, Film und Sport mit ihrer Abschattierung durch Rasse und Charakter der einzelnen Völkerindividualitäten, der sozialen Machtfragen mit ihrer Abspaltung ins Weltanschauliche und Konfessionelle. Es gibt kein Feld, keinen Ort, keinen Winkel, wo dieser Lügengeist nicht Unterschlupf fände und sich hartnäckigst gegen seine Vertreibung wehrte. Gerade weil seine Natur in der Politik sich auch dem Blödesten am ehesten fühlbar machen und am brennendsten Schmerz verursachen sollte, bevor er sich eingefressen und die menschliche Verstumpfung durch Gewohnheit rasch für sich gewonnen hat, müssen seine Infamien hier am beharrlichsten ans Licht gezogen werden.
Ein Beispiel aus der Tagespresse, der er sich am bequemsten und erfolgreichsten bedient, um mit seinem giftigen Atem die Gehirne der Leichtgläubigen zu benebeln, damit sie zwischen reinen oder unreinen Kampfmitteln üherhaupt nicht mehr ins Klare zu kommen vermögen. Es war im Beginne des Weltkrieges, als Antwerpen vor dem Ansturm der Deutschen gefallen und in militärische Verwaltung für die Dauer des Krieges durch einen unserer besten deutschen Beamten gekommen war. Die Kölnische Zeitung meldete: „Als der Fall Antwerpens in Deutschland bekannt wurde, läutete man die Kirchenglocken.“ Selbstverständlich aus dem frommen Gefühl deutscher Gemeinden „Allein Gott in der Höh’ sei Ear’!“
Der „Matin“ in Paris machte daraus folgende Nachricht: „Nach einer Meldung der Kölnischen Zeitung wurde die Geistlichkeit in Antwerpen gezwungen, nach dem Fall der Festung die Kirchenglocken zu läuten.“
Daraufhin die „Times“ in London: „Wie der Matin aus Köln erfährt, wurden die belgischen Priester, die sich weigerten, nach dem Fall Antwerpens die Kirchenglocken zu läuten, ihres Amtes entsetzt.“
Flugs spinnt der „Corriere della Sera“ in Mailand am Lügengewebe weiter: „Wie die Times aus Köln über Paris erfährt, wurden die unglücklichen Priester, die sich weigerten, nach dem Falle Antwerpens die Kirchenglocken zu läuten, zu hartem Zwangsarbeitsdienst verurteilt.“
Nun nimmt der Matin noch einmal das Wort und schließt den Lügenkreis: „Wie der Mailänder Corriere della Sera aus Köln über London erfährt, bestätigt es sich, daß die barbarischen Eroberer von Antwerpen die unglücklichen belgischen Priester dafür, daß sie sich heldenmäßig weigerten, die Kirchenglocken zu läuten, zur Strafe mit den Köpfen nach unten als lebendige Klöppel an die Glocken hängten.“
Jetzt konnte sich die Lüge vom Kriegsgreuel der deutschen Barbaren (später hieß es Hunnen!) ungehemmt lawinenartig um den Erdball wälzen. Wieviel hat sich bis heute an den! Teufelswerk geändert? Dem Lügenwort folgte bald das noch einprägsamere Lügenbild in der illustrierten Presse aller Feindesländer. Ferdinand Avenarius hat die Belege gesammelt. Nach der Zeitung wurde in Frankreich und Italien das Volksschullesebuch dem Lügengeist der Kriegszeit ausgeliefert zur Erfüllung der Kindesseele mit dem Gifte der Verleumdung und des Hasses. Nach einer Mitteilung des Professors Ehringhaus in Kassel, die sich auf die Freiburger Tagespost (Schweiz) stützt, besteht heute noch die unglaubliche Tatsache, daß in einem italienischen Lesebuch für Mittelschulen — es ist betitelt Alveare, das heißt Bienenstock —, das auch im schweizerischen Kanton Tessin als Schulbuch eingeführt ist, auf Seite 82/83 eine Kriegsgreuel-Lüge über ein verstümmeltes belgisches Kind enthalten ist. Das Gedicht von Allesandro Previtera trägt die Überschrift: „Das belgische Kind“. Sein Inhalt ist folgender: Ein Kind schläft sanft in seinem Bettchen. Laßt es ruhig schlummern, weckt es nicht! Denn wenn es wach wird, wird es vergeblich seine verstümmelten Hände nach seiner Mutter ausstrecken; dann kann es nicht mehr mit den geliebten Hunde spielen, der vor seinem Bettchen liegt und vergeblich die lieben Händchen sucht, die er zu lecken pflegte.“ Darunter steht folgende Bemerkung vom Herausgeber, Professor Cioci aus Rom: „Jeder erinnert sich, daß unter den Grausamkeiten der Deutschen in Belgien auch das Abschneiden der Kinderhände war. Der Dichter zeigt einen Fall, der nicht mehr aus unserem Gedächtnis schwinden wird. O dieser Hund, der die weißen Hände sucht, die er zu lecken pflegte, ist menschlicher als die deutschen Soldaten.“
Das Gedicht selbst ist unbeholfen und holprig; es ist sicher nicht deshalb aufgenommen worden, weil es ein poetisches Musterstück wäre, sondern nur wegen seines hetzerischen Inhaltes.
Das Buch ist 1920 erschienen, also in einer Zeit, in der schon festgestellt war, daß kein einziges Kind durch deutsche Soldaten verstümmelt worden ist. Es stand noch darin, nachdem Minister Nitti, ein Landsmann von Professor Cioci, in seinem Buch: „Der Niedergang Europas“, S. 148, geschrieben hatte: „Wir wissen heute alle, daß es Kinder mit abgehauenen Händen in Belgien nicht gibt und nie gegeben hat und daß alles, was Zeitungen und Telegraphenagenturen darüber verbreitet haben, nichts als Kriegslügen waren.“ Unser Reichspräsident Hindenburg äußerte sich noch 1926 zu einem Amerikaner über diese Greuellügenwirtschaft, er begreife nicht, wie ein vernünftiger Mensch diese empörenden Geschichten glauben könne; bis zu seinem letzten Atemzug werde er dagegen kämpfen. In allen Teilen der Erde regen sich heute schon Stimmen, die den Völkern über Taumel und Verwirrung hinweg mit Gründen der Vernunft und des Gemütes, der Offenbarung im göttlichen Schöpfungswillen und der Wissenschaft von den Rassen und ihrer Kulturbestimmung den Blick für die Wahrheit wieder hell zu machen und den Kopf zurecht zu rücken suchen, selbst bei Franzosen und Engländern, Italienern und Amerikanern. Namen wie Nitti, Keynes, Bearnes, auch des so unglückselig geendeten genialen Deutschamerikaner Her-man George Scheffauer und anderer unerschrockener Wahrheitszeugen im internationalen Schrifttum schweben heute auf aller Gutgesinnten Lippen im Kampfe für Licht und Freiheit.
Es wird erkannt, daß eins der verruchtesten Mittel für die Erreichung des verruchtesten aus dem Bündel der Zwecke dieses blutigsten aller Kriege um die materielle und geistige Vorherrschaft in der Welt durch die Vernichtung des Deutschen Reiches als des Trägers der germanischen Kultur und ihrer wirtschaftlichen Macht darin bestand, die wilden Stämme Afrikas in mächtigen militärischen Verbänden zusammenzufassen und unter Führung Frankreichs in den Kampf der weißen Rasse gegen eine der edelsten Kulturnationen bluten zu lassen. Die schwarze Schmach am Rhein spricht Bände für die Götterdämmerung des Abendlandes und den Bankrott aller mühsam erlernten Theorien von christlicher Sendung und völkischer Eraiehungskunst. Hier möchte man fürwahr in der Not des Herzens in die Worte ausbrechen, die Nietzsche an den Schluß seines Hauptwerkes von der Umwertung aller Werte gesetzt: „Wollt Ihr einen Namen für diese Welt, eine Lösung, eine Lösung für alle ihre Rätsel? Ein Licht auch für euch, ihr Verborgensten, Unerschrockensten, Stärksten, Mitternächtlichsten? Diese Welt ist der Wille zur Macht — und nichts außerdem! Und auch ihr selber seid dieser Wille zur Macht — und nichts außerdem!“
Aber wenn es einer Bezeugung für den Geist des Friedens und der reinen Mittel bedürfte, der im Fortschritt der Zeiten im Deutschen Kulturvolke stärker und ehrlicher, als in jedem anderen waltet, so genügt ein Blick auf seine große Kunst und Dichtung, auf seine Philosophie, auf seine die Herzen aller Welt bezwingende Musik von Bach bis Wagner, der in dieser leuchtenden Reinheit und unerschöpflichem Reichtum kein anderes Volk Gleiches an die Seite zu stellen hat. Kleist’s „Hermannsschlacht“ ist die einzige neuere Dichtung, die als Kunstwerk dem Kriege huldigt, aber sie war in jagender Hast als Racheschrei des Genius im Dezember 1808 geschrieben, als Napoleon im Machtwahn einer französischen Universal-Monarchie, der ganz Europa geopfert werden sollte, und das halbe Asien und Afrika dazu, Deutschland zu Boden geworfen hatte, und Preußen zauderte und schwankte, wie es sich mit Österreich verbünden und sich des welschen Eindringlings verwehren sollte. Das dramatische Meisterwerk kam erst lange nach des Dichters selbstgewähltem Tode und als die Befreiungskämpfe siegreich ausgekämpft waren, an die Öffentlichkeit, und es bedurfte eines neuen Überfalls Frankreichs auf friedfertiges Deutsches Land und Volk in seiner Kriegserklärung an Preußen 1870, bevor es den Weg auf die Bühne fand und durch die Inszenierungskunst der Meininger zu einer Theaterberühmtheit wurde, ohne durch seine Spiegelung der Kämpfe deutscher Fürsten gegen die römischen Legionen im Teutoburger Walde im Jahre 9 nach Christi Geburt die modernen deutschen Theaterbesucher national zu erhitzen. Die kläglichen Rheinbundsfürsten, die sich hätten getroffen fühlen können, voran der verhaßteste, der dicke Friedrich von Württemberg, hatten inzwischen das Ihrige getan, in der Versenkung der Geschichte zu verschwinden. Und Bertha von Suttner kam mit ihrem Roman „Die Waffen nieder!“ zur rechten Stunde, den Pazifismus-Gläubigen die alleinseligmachende Kirche der deutschen Friedensgesellschaft zu schenken und die mehr oder minder fetten Hasen in die Küche zu jagen.
Wie aber wäre mit reinen Mitteln zum Frieden der Welt zu gelangen im Sinne der Bergpredigt: „Selig sind die Friedfertigen; denn sie sollen das Erdreich besitzen!“ Wirklich besitzen als Werk- und Schauplatz würdigen Menschen- und Volkstums? Und gegenseitig in Gesinnung und Gesittung diesen seelischen Besitz als Quelle reiner Schaffensfreude verwandeln in einen wirklichen des tätigen wirtschaftlichen Lebens? Im heutigen Zeitungsdeutsch: Durch ein geistiges Locarno, durch moralische Abrüstung, oder mit Goethe gesprochen: Durch Frömmigkeit als Mittel, mit edelster Gemütsruhe zur höchsten Kultur zu gelangen?
Ich habe in einem christlichen Gemeindeblatt diese Mitteilung gefunden, die ich wörtlich weitergeben möchte. „Eine Bewegung, die sich Versöhnungsarbeit unter den Völkern auf streng religiösen Grund zum Ziel setzt, ist in Frankreich unter der Führung von Etienne Bach, einem protestantischen Pfarrerssohn und ehemaligen Offizier, entstanden, der den Anstoß zu seiner Lebenswendung während der Ruhrbesetzung erhielt. Sie nennt sich „Kreuzritter“ mit dem guten Glauben der Optimisten, nicht als könne von Menschen her Wesentliches für die Völkerversöhnung geleistet werden, sondern stützen ihre Hoffnung auf die Umwandlung von Grund aus (Busse), die der echte Christusglaube schafft und die allein den Menschen zum echten Friedensbringer macht. Die Bewegung zählt bereits Gruppen in verschiedenen Ländern und hat bereits ihre dritte internationale Zusammenkunft in Saint Joy (Dordonne) abgehalten.“
Hier sei mit Hochachtung der Bemühungen des französischen Barons Fabre-Luce und seiner Gesellschaft „Die neuen Rechte“, die unter Anerkennung der von Grund aus verschiedenen Struktur des Geisteslebens semer Nation in Wissenschaft, Kunst und namentlich Politik unermüdlich nach guten Wegen und Mitteln forscht, mit dem deutschen Volksgeist in fruchtbare Fühlung zu kommen.
Mag der Zweifler einwenden: „Leicht bei einander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen“, so antwortet der Überzeugte: Die Sachen? Wohl! Probleme, die auf streng praktisch-wirtschaftlichem Gebiete zu liegen scheinen, haben oft durch Psychologie eine unerwartete Förderung erfahren, Psychologie, wie Fechner, Wundt, Willi Pastor sie gelehrt — Wirtschaftspsyehologie! Durch die neue Schätzung des Menschen nicht bloß als pfleglich zu behandelnde Arbeitskraft, sondern als eines höchsten volkswirtschaftlichen
Gutes! Der Mensch als Organismus mit der vollen Summe seiner geistigleiblichen Beschaffenheit im Mittelpunkt aller Volkswirtschaft überhaupt! Der Mensch, der mehr und höher ist, als alle marxistische Weisheit zusammen!“
Was heißt denn menschentümlich fortschrittliches Wissen, wie es ausdrücklich diese unsere Zeitschrift „Der Ruf“ erstrebt? In Ansehung der reinen Mittel zu jeglicher Leistung von Tages- bis zu Ewigkeitswert, geht es hier gewiß nicht um ein Wissen, das sich nur auf das scholastische Kausalitätsgesetz stützt, um aus der Kette von Ursach und Wirkung mit allen Beschränkungen und Täuschungen des beobachtenden und schließenden Verstandes dem Komplex wirklichen Erlebens sein Geheimnis abzuzwingen in logisch zu rechtfertigender Weise. Der Verstand, der mit Scheuklappen spekuliert oder mit schulmäßig abgezirkelten Funktionen im Kreise herum und logisiert, während er nicht mehr wahrnehmen darf, wie draußen die blühende grüne Heide in lebendiger Vielfalt sich ihres Lebens freut, dieser Verstand tuts wahrlich nicht allein. Da geht Null von Null auf und schließlich bleibt das hohle Nichts, weil die Ergänzung fehlt, die Empfindung, die dem Verstand erst Fülle, Haltung, Spannung, Sicherheit verleiht. Empfindung! Nicht Dusel und Schwärmerei und gehätschelte Herzensneigung, Verachtung von Vernunft und Wissenschaft! Es gibt eben in unserem Geiste ein diskursives und ein intuitives Denken, und erst aus der Harmonie beider ergeben sich vollgültige Erkenntnis- und Befriedigungswerte, die vor der göttlichen Natur dem Schöpferlichte standhalten.
Dahin haben wir mit reinen Mitteln zu gelangen, daß auf der ganzen Linie, in Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kunst, Dichtung, Philosophie, alles Schlichtsachliche zur Herrschaft gekommen, dem Phrasenwerk der Sentimentalität, der Ruhmredigkeit, der Achselträgerei der Garaus gemacht und dem kompaktwirklichen mit allem gebührenden Respekt sein Rang, sein Recht, sein Urteil wird. Dem Leben Heil und seiner Ehrlichkeit! Anders ist kein Fertigwerden mit Elend und Not der ewiggegenwärtigen Gegenwart, mit den Wirrnissen und Krisen des Alltags, mit der Selbstzerfleischung durch Kriege, Kriegsgreuel, Kriegslügen, gestern, heute, morgen!
Um zu sich selbst zu kommen, der Einzelne und sein Volk, zu seiner eigentümlichen Sendung und Bedeutung im Gesamtbilde der Menschheit, zur Annäherung an die vollkommene Persönlichkeit, als dem hehrsten aller höheren nationalen und internationalen Bildungszwecke: „Denn keine Zeit und keine Macht zerstückelt geprägte Form, die lebend sich entwickelt“ — hier liegt das große Ziel der Menschlichkeit, das nur mit reinen Mitteln erreichbar, mit Selbstzucht, nicht mit Selbstsucht und Selbstbetrug! Und die Großen in allen Völkern in Ehren halten, wie die eigenen großen Meister, und an ihrem Vorbilde alle Möglichkeiten eigenen Wachstums ohne Unklarheit beharrlich entwickeln!
Und Schluß einmal mit der Verleumdung alles Deutschen durch die Deutschen selbst in der Herabwürdigung ihres Wesens, daran in seiner humanen Ursprünglichkeit, Schönheit und Mannigfaltigkeit eine Welt zu genesen vermöchte, aus Dekadenz und Verluderung die Zeit zu einer neuen Auferstehung der Völker die Kraft gewänne!
Schlagt das Alte Testament der Bibel auf und lernt die Sprache von Bileams Esel verstehen, wenn ihr mit reinen Mitteln zum Verständnis der Bosheit der Welt gelangen wollt. Oder schlagt das Erinnerungs-Buch von Winston Churchill auf, darin der englische Staatsmann, nachdem er sich und dem Geist des britischen Weltvolkes ein Denkmal mit tönernen Füßen und tönendem Maule gesetzt, am Schlusse dem bezwungenen Deutschland dieses Zeugnis geschrieben:
„Im Umkreise der Macht kennt die Geschichte der Menschheit nichts, das sich mit der Eruption des deutschen Vulkans vergleichen ließe. Vier Jahre lang stritt Deutschland trotzig gegen die fünf Kontinente der Welt, auf dem Lande, zur See und in der Luft. Die deutschen Heere hielten ihre wankenden Verbündeten aufrecht; sie traten erfolgreich auf jedem Kriegsschauplatz auf, sie standen überall auf erobertem Gebiet, und sie zwangen ihren Feinden mehr als doppelt so große Verluste auf, wie sie selbst erlitten. Um ihre Macht und Wissenschaft zu brechen mußten die größten Völker der Menschheit gegen sie zu Felde ziehen. Überwältigend große Menschenmassen, schrankenlose Hilfsmittel und Opfer ohne Maß, die Blockade zur See, all das hatte fünfzig Monate lang nicht zum Ziele geführt. Kleinere Staaten wurden in diesem Kampfe zertreten, ein mächtiges Reich wurde in unkenntliche Fetzen zertrümmert, und nahezu 20 Millionen Mann vergossen ihr Blut, bevor das Schwert dieser furchtbaren Hand entrungen werden konnte. Sicherlich ist das, ihr Deutschen, genug für die Geschichte.“ —
Für die Geschichte im Wahne Englands wohl, aber nicht für die Geschichte im Sinne Gottes und seines Reiches!
Abdruschin spricht: „Fordernd steht Gott vor der Menschheit, nicht lockend und bittend, nicht klagend und trauernd. Ruhig wird er alle Schlechten …. alles das gründlich erleben lassen, was sie für richtig halten, damit sie zur Erkenntnis ihres Irrtums kommen.“
Der folgende Aufsatz: „VomThrone zum Schaf-fot“ soll wieder dazu dienen, ernsten Lesern den Blick in die Maschinerie der Schöpfung zu erweitern, sie einzuweihen in das geheimnisvolle Weben der Wechselwirkung, mit dem sie nach und nach vertraut werden müssen, um bewußt den geistigen Aufstieg zu beginnen. Diejenigen Leser, welche die Gralsbotschaft Abdruschins gründlich gelesen haben, werden ersucht, darüber nachzudenken, wie sich die Wechselwirkung des göttlichen Willens bei allen Personen auslösen wird, die in dem Aufsatze genannt sind, und ihre Anschauung darüber bis zum 20. Januar schriftlich an die Schriftleitung zu senden. In der nächsten Nummer wird ein Vortrag Abdruschins veröffentlicht, der die Weiterentwickelung der notwendigen Wechselwirkung ebenfalls beleuchtet unter dem Titel: „Vom Throne zum Schaffot mit Ausblick auf die unverrückbaren Gesetze der Wechselwirkung.“