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Зов к духу

Hermann Wenng

Die Botschaft und der Verstand

Gedankengänge nach der Botschaft über Empfindung und Verstand

Licht und Dunkel.

Von Hermann Wenng.

Immer Wieder wird in der Botschaft‚ in der Gralslehre‚ auf den Verstand, den der Mensch auf den Rat des Verführers Luzifer großgezüchtet und zu seinem unumschränkten autokratisch regierenden Herrscher erhoben hat hingewiesen als auf die Wurzel alles Übels und die letzten Endes alleinige Ursache für das Versagen des Menschengeistes hinsichtlich der ihm vom Schöpfer von Anbeginn an zugewiesenen Aufgabe in der Schöpfung. Immer wieder wird darauf hingewiesen, daß nicht der Verstand, der beschränkte, erdgebundene, im Leben des Menschen auf Erden den Ausschlag geben soll, sondern die lichtverbundehe Empfindung.

Obwohl nun an vielen Stellen der Botschaft klar und deutlich erklärt wird, was unter Empfindung zu verstehen ist und woran man die Tätigkeit des Verstandes und der Empfindung voneinander zu unterscheiden vermag, obwohl nach den Worten, die uns der Bringer dieser Göttlichen Offenbarung darüber sagt, kein Zweifel herrschen könnte über die Stelle, welche der Verstand in Beziehung auf das Göttliche Wort spielen soll und über die Rolle, welche er in der Botschaft selber spielt, so geht doch aus den Worten und Fragen vieler Suchender, die es, ernst nehmen, hervor, daß es doch nicht so leicht ist, Empfindung und Verstand auseinander zu halten, sich darüber klar zu werden, wie die Botschaft zu erfassen und aufzunehmen ist – um so weniger leicht, als es ja gerade der aus der grobstofflichen Materie erzeugte‚ gebildete Verstand ist, der selbst die Besten und Gutwollenden der heutigen Erdenmenschen bis zur Ausschliesslichkeit beherrscht – und an den zu Wenden sich das Wort der Wahrheit auch dennoch in sehr hohem Maße gezwungen sieht, da es anders ja der im Grobstoifflchen versunkene Mensch überhaupt nicht aufzunehmen fähig sein würde.

Es spricht des HERRN Mund darüber kurz gefaßt das Folgende: Ich mußte mein Wort so bringen, wie ich es Euch gebe, damit Ihr es aufzunehmen fähig seid – denn das Licht und die Wahrheit an sich (welche beide ja ein und dasselbe sind) würdet Ihr niemals schauen noch aufnehmen‚ noch begreifen können: mein Wort bildet gleichsam die Kanäle, durch welche das Licht, das Leben in Euch eingehen kann, wenn Ihr Euch bemüht, so zu werden, wie es nötig ist, daß Ihr es aufnehmen könnt – und dazu, daß Ihr es werden könnt, ist wiederum das Wort das Mittel.

Es ist uns damit gesagt, daß der Mund der Wahrheit uns in Seinem Worte, in den Worten und Sätzen der Botschaft an die Menschheit etwas gibt, das gleichsam feste Röhren bildet, durch die das Lebende Wort selbst erst in uns gelangen kann, durch deren harte Schale es geschützt ist vor den zersetzenden Auswirkungen unseres Verstandes – und wir können uns bildlich dies noch weiter vergegenwärtigen, wenn wir uns vorstellen, das Wort der Botschaft sei wie jene Motorhämmer, die wir oft in den Händen von Arbeitern auf den Strassen sehen, die mit schnellen Schlägen die härteste Betondecke durchschlagen! Ähnlich arbeitet der Herr an uns! Mit rastlosen Schlägen, unermüdlich, zerstört und durchbohrt das Wort die eisenharte Decke, die der Verstand über uns gelegt hat, durch die er uns abschließt von den Kraftströmen des Lichtes; erst durch die Löcher, die das Wort mit unendlichen Mühen durch diesen Abschluß schlägt, kann die Kraft und die Gnade aus dem Licht sich uns nahen!

Bekämpft werden aber muß der Verstand mit seinen eigenen Mitteln, durch sich selbst; durch seine eigene Art nur ist ihm beizukommen! Und seine Art ist die Logik. Er errichtet einen Bau um uns, der sich bemüht‚ das eine aus dem anderen folgernd, eine lückenlose Reihe von Ursache und Wirkungen zu schaffen, einen eisernen Panzer‚ durch den nichts zu dringen vermag, das ihn nicht an Härte (der Grobstofflichkeit) übertrifft!

Es mußte der Verstand, an die grobstoffliche, sichtbare und wägbare Masse gebunden‚ starr und tot in seiner Logik, bekämpft werden durch eine Logik, die ähnlich ist der seinen‚ aber härter, konsequenter, unerbittlicher, denn die seine – sie allein kann ihn besiegen‚ zertrümmern; darum mußte das Wort sich auch an den Verstand wenden freilich nicht an ihn zuerst noch ausschliesslich, denn in diesem Worte, das mit den Mitteln des Verstandes arbeitet und mit eiserner Konsequenz und Logik sein unbezwingliches Gebäude errichtet — in ihm, in diesem Wort, das ein System von Kanälen schlägt in den Panzer, den der Mensch um sich trägt, in dem sein Geist, dessen Tätigkeit, die Empfindung, zu ersticken droht und zu sterben er selbst – durch dieses Wort strömet das Licht und die Wahrheit selbst in uns, durch diese Bresche können wir, kann der Geist erst wieder

die Arme seines Sehnens ausstrecken, durch sie erst kann sich diesen ausgestreckten Armen wiederum nahen die Gnade, die uns das Leben wiedergeben will!

Es ist nicht richtig, wenn manche meinen sollten, die Botschaft wolle den Verstand überzeugen; es ist nicht richtig, denn den Verstand überzeugt nichts und niemand. Sie will ihn darum nicht überzeugen, sondern sie zertrümmert Seine Herrschaft. Und es ist auch nicht richtig, wenn manche meinen sollten, sie will ihn beseitigen, überflüssig machen. Es setzt das Heilige Wort ihn nur von seinem selbstgeschaffenen Throne und macht ihn zu dem, was er sein soll: zum irdischen Diener des Geistes, der ihn beleben, durchdringen, durchleuchten soll, auf daß auch die Werke des Verstandes Licht werden, Werke des Geistes, ausgeführt vom Verstande, durchflutet von lebendiger Empfindung mit lichter Kraft.

Unbelebt, unbewegt, dunkel, ohne Kraft, ohne Licht, ist der Stoff, die Grobstofflichkeit an sich; erst die belebende Kraft, das bewegende Licht in einer Art, geistig oder wesenhaft, gibt Leben der Materie, die dunkel ist an sich, mehr oder weniger licht, durchlichtet erst durch den leitenden Willen, der Geist ist, Kraft aus der Urkraft. Dem dunklen Stoff gehört an das Gehirn, der Verstand – und desto dunkler müssen seine Werke sein, je weniger der Wille, der Geist, die Empfindung die Verbindung mit der ewigen Urkraft aufnimmt und mit ihr den Stoff durchdringt und bewegt. Tot, unbewegt, lichtlos‚ dunkel also sind die Werke des Verstandes dort, wo er herrscht, wo nicht der Wille, das Sehnen nach dem Lichte herrscht über ihn, wo er nicht ausführt die Werke des Geistes, der im Willen des Ewigen allein lebt und schwingt. Nicht zum Zeugen für sich will das Heilige Wort den Verstand anrufen – er kennt nur sich und seine Gleichart – und das Wort kann er nicht bezeugen, er ist nicht von des Wortes, des Lichtes Art, er kann sich nur beugen dem HERRN über sich, von dem er erst sein Laben erhält und sein Wirken ihm ermöglicht wird. Keine Einigung keine Vermischung, kein Friede ist möglich zwischen dem erdgebundenen Wirken des Verstandesdenkens und dem Wirken des Geistes, der dem Lichte und seiner Kraft gehorcht. Und die Werke des Verstandes, die er schuf nach sich selbst, wenn er auch ein Spur der Kraft des Lichtes, des Geistes dazu verwenden muß, weil auch er nichts ist ohne sie, sie sind tot und gehören dem Dunkel an, ob sie auch für das Behagen der Erde sorgen mögen oder vorgeben, dafür zu sorgen. Ein erborgtes Leben führt der Verstand, seine Werke sind wie er selbst und sind ohne Sinn für das Leben in Wahrheit, für das wahre Leben. Sie sind nicht für das Licht geschaffen und nicht in ihm leben sie; sie gehören der Nacht und bleiben in ihr und vergehen mit der Stofflichkeit, in der allein sie ein erborgtes Leben haben, mögen sie auch noch so sehr glänzen vor den blinden Augen der Menschen, die nur das Grobstoffliche sehen. Keine Versöhnung und keine Einigung ist möglich zwischen dem Verstand und seinen Werken und dem Licht und seinen Werken.

Es sagt uns die Botschaft genau, woran wir zu erkennen vermögen, was aus dem Verstande kommt und was aus der Empfindung kommt, aus der Verbindung mit dem Lichtwillen, aus der Verbindung‚ die der Mensch besaß rein und ungetrübt in seiner Kindheit Tagen, und die das Wort der Botschaft nun wiederum öffnet den Menschen, so daß er wiederum ein wahres Leben zu gewinnen vermag statt eines armseligen Scheines eines solchen, das ihn das Wirken des Verstandes auf Erden gewährt. Wir wissen den Vorgang: auf der einen Seite das Entstehen von Gedanken, die keine Bilder sind, durch Einwirkung von außen, durch die grobstofflichen Sinne, im Vorderhirn; auf der anderen Seite das Entstehen von Empfindungen, Freude, Schmerz, Liebe oder Haß, das Entstehen von Bildern solcher Art durch das Aufnehmen der Strahlungen im Sonnengeflecht.

Und wir erkennen an diesem Wissen, das uns die Botschaft vermittelte‚ klar und deutlich den großen Gegensatz zwischen einem Menschen‚ der aus dem Verstande, seinem Denken und seinen Werken lebt, und dem Empfindungsmenschen, der aus den Kräften lebt, die aus der Allkraft ihm zufließen, und wir können daran die Verschiedenheit der Werke ermessen, die aus beiden erstehen – zwischen ihnen liegt mehr als eine Welt, zwischen ihnen liegt eine ganze Schöpfung. Der Verstandesmensch lebt im erdgebundenen, im Menschenwillen; der Empfindungsmensch aus der Kraft des Lichtes, im Gotteswillen; im Dunkel der erstere, der andere im Licht.

Und wir wissen aus dem Worte der Wahrheit, daß alles Leben und alle Lebensvorgänge, alle Lebensäusserungen Strahlungen sind‚ aus dem Strahle der ewigen Kraft, aus den Willen des Herrn, wurde es ja. Und wir wissen aus dem Worte, daß alles strahlende‚ schaffende, bildende Kraft hat je mehr es vom Lichte in sich trägt, desto mehr – je dunkler es ist, je mehr es sich vom Licht, vom lebendigen Willen des Ewigen entfernt, desto weniger. Es strahlt auch das Wort, das des Menschen Wille gestaltet nach dem Gesetz und formt, was es will; und was aus dem gesprochenen Wort auf uns wirkt, ist weniger der Sinn des Gesprochenen, den wir mit dem Verstande erfassen, sondern die Bewegung‚ die Strahlung‚ die uns in Schwingung, in Bewegung versetzt in ganz bestimmter Art. Aber auch das geschriebene, ja das gedruckte Wort löst denselben Vorgang aus, bleibt doch der Erzeuger des Wortes dauernd mit dem, das er also geschaffen, auf dem Wege der Strahlung in Verbindung und auch mit der Gleichart – und aus beiden Quellen strömt ihm unentwegt die gleiche Kraft, der gleiche Wille zu, der es erzeugt. Fühlen wir nicht‚ daß aus einem Briefe die ganze Persönlichkeit des Schreibers auf uns wirkt? Nicht so sehr ist es der Sinn, die Mitteilung, die auf uns wirkt, sondern der Wille‚ der auf uns strahlt‚ unser Leben lähmt, wenn er dem Dunkel sich nähert‚ aber belebt‚ bewegt‚ wie wir sagen‚ wenn er vom Lichteren ist!

Wirkt nun in dieser Weise schon so des Menschen Wort auf uns, unseren Willen, unser Sein, um wieviel gewaltiger ist da wohl dieser selbe Vorgang aus dem Worte der Wahrheit, das mit den höchsten Lichtkräften dauernd in Verbindung steht, mit seinem Göttlichen Ursprung, dauernd reinste, höchste Kraft uns entgegenstrahlt! So stark ist diese urgewaltige Strahlungswirkung, daß sie die Mauern, die eisenstarken, die der Verstand in seinem Wirken, Grobstoffliches zusammenraffend und verdickend‚ um unseren Geist gelegt, durchbricht, zerschlägt, in Trümmer legt und dem Geist, der noch nicht völlig tot ist, neue Kraft zuführt, neues: Leben in ungeahnter Fülle.

Dem Menschen freilich‚ der schon völlig erkaltet ist, tot — und sprechen wir nicht vom kalten Verstand? — in dem kein Funke echten Lebens mehr glimmt‚ der nur noch ein grobstoffliches, verstandeslogisches Scheinleben führt, kann auch diese gewaltige Urkraft des Lichtes kein Leben mehr einhauchen, ihn nicht mehr bewegen.

Aber dem, der noch ein, wenn auch kaum merkliches Leben trägt‚ auch diesem bringt das Wort noch Leben, kann es noch Hilfe bringen. Für diese Menschen — und ihrer sind wohl die größte Zahl von allen auf Erden lebenden – für diese hat es die Form der Verstandeslogik angenommen, einer Logik von diamantener Härte! Trifft nun der Strahl der Kraft aus dem Wort, durhschlagend im Augenblick den toten Panzer des Verstandes gleich einem Geschoß, einem Blitz aus dem Urlicht, noch auf die kleinste Gleichart, d.h. Leben auf Leben des Geistes, so wird am Ende das ganze Gebäude, der ganze Kerker, den der Verstand dem Menschen errichtet, ins Wanken gebracht und muß stürzen – und der Geist wird frei!

So bringt die Kraft des Wortes die Freiheit dem Menschen und der Verstand wird in den Dienst der lichten Kräfte gestellt.

Alles gibt uns das Wort, es gibt uns das Leben zurück, es bewegt uns, und was sich bewegt, geht stets nach der Höhe zu; nur was an Bewegung verliert muß sinken. Sehen wir nicht diesen Vorgang auch überall im Grobstofflichen? Wird nicht ein Flugzeug oben gehalten durch schnellste Bewegung? Muß es nicht sinken, wenn es an Bewegung verliert? Was aber im Grobstofflichen geschieht das sind nur Gleichnisse des Geistigen. Sinken muß auch der Geist, der sich nicht bewegt, muß versinken im Dunkel, denn Bewegung allein ist Licht! Es haben die Menschen im Banne des Verstandeswirkens die Bewegung in das Grobstoffliche gebannt verzerrt – es soll ihnen dies die Bewegung des Geistes ersetzen! Es nützt ihnen aber nichts, ob sie auch sich mit Windeseile, mehr als dies, gleich Geschossen von Maschinen nm die Erde tragen lassen – sie selbst sind dennoch unbeweglich und tot.

Und die Botschaft spricht: Alles, was auf Erden geschieht und hat nicht den ausgesprochenen Zweck‚ nach oben, zum Licht zu führen den Menschen‚ ist wertlos. Der Verstand aber wirkt von sich aus, was kalt ist und tot, wird er selbst, der selber eine Maschine ist, nicht von lichten Kräften gesteuert.

Mancher nun, der da sucht, denkt sich: “Ich kann des Verstandes nicht entbehren, brauche ich ihn doch selbst, die Botschaft zu erfassen und aufzunehmen, wendet doch auch sie sich an den Verstand!

Sie haben recht in dem einen: der Verstand ist nicht zu entbehren, in Gegenteil: er macht indem er in grobstoffliche Form bringt, was aus dem Lichte ihm zustrahlt, erst das Leben auf Erden möglich‚ er macht es dem Menschen möglich, das “Wort” auch zu leben, das “Wort”, das, wie wir gesehen haben, das wahre Leben selbst, die wahre Kraft, aus der das Leben ward, des Ewigen ewiger Wille.

Und es wird der Verstand in Seinen Dienste ungeahnte Werke auf Erden vollbringen; wird er bewegt von den Kräften des Lichtes, wird er eine gewaltige Kraft ! Schon jetzt da er die Kräfte, aus denen er lebt gleich einer Schmarotzerpflanze‚ mißbraucht für seine lügenhaften dunklen Werke, erscheint er dem Menschen wie ein Gigant wie ein furchterregender, unheimlicher Riese, um wieviel gewaltiger wird er erscheinen im Dienste des Lichtes und des Lichtes Werke gestaltend auf Erden! Nicht erlahmen soll er und nicht aufhören wird er, sondern lebend werden in Wahrheit – wie der Mensch von seiner erstickenden Herrschaft befreit, erst Wahrhaft ein Mensch wird, ein Diener des Lichtes!

 

Alle Rechte‚ inebesondere das der Vervielfältigung und das der Übersetzung vorbehalten!